The Day, everything Ends

Ich glaub ich hab die Story schoneinmal gepostet. Doch bevor das ganze vollkommen in Vergessenheit gerät, hier einfach nocheinmal. Hoffe es gefällt ;)

Utopia-Apocalypse
Prolog
11.09.2060 11:37Uhr / New York, Time Square

Der Tag, an dem die Welt unter gehen sollte,fing ganz gewöhnlich an. Der Himmel war klar und wolkenlos und die Sonne erklomm langsam den höchsten punkt ihrer reise um die Erdumlaufbahn. Alles schien friedlich und ganz normal – so normal es in New York zur Mittagszeit nun mal möglich war.
An diesem gewöhnlichen Tag schlenderte eine junge, hübsche Frau, Anfang 30, in einem sommerlich beige-farbigen Hosenanzug über einen Zebrastreifen am Time Square. Sie trug eine Tasche aus dunklem Wildleder bei sich, vermutlich voll mit Akten und Notizen. Megan Futero arbeitete in einer renommierten Kanzlei nah gelegen am Central Park, wo sie Akten sortierte, Gespräche aufzeichnete und den langweiligen Papierkram erledigte, den sonst niemand gern machte. Doch ihr gefiel ihre Arbeit sehr, von der Bezahlung ganz zu schweigen. Megan war im 9. Monat schwanger und nutzte ihre Mittagspause, um ihren Arzt aufzusuchen, denn sie hatte vor einer halben Stunde ihre erste leichte Wehe gespürt.
Ihr Gefühl – Weibliche Intuition – sagte ihr, dass ihre Fruchtblase es nicht mehr lange machte. Deshalb hatte sie bei Dr. Milano, kurz nachdem sie die erste Wehe gespürt hatte angerufen. Da es in gewisser weise ein Notfall war, bekam sie sofort einen Termin. Er meinte er würde sogar seine Mittagspause für sie opfern.
Hätte sie nicht schon ihren perfekten Mann, würde sie glatt über Dr. Milano herfallen. Doch der hatte ebenfalls eine Frau.
Nachdem sie die Straße überquert hatte, schlenderte sie nach rechts, vorbei an unzähligen Werbetafeln. Als sie an einem McDonald’s vorbeikam, packte sie der Heißhunger – der sie schon die ganze Schwangerschaft über begleitet hatte – auf einen saftigen Burger. Doch sie wiederstand dem drang. Sie hatte schließlich keine Zeit zu verlieren.
An der nächsten Querstraße bog sie links ab. Die Straße war hier nicht mehr so knallig bunt, wie zuvor auf dem Time Square. Gewiss hingen hier auch unzählige Reklametafeln, aber es war nur ein Bruchteil dessen, die sie hinter sich gelassen hatte. Sie lief weiter die Straße entlang, bis sie vor einem sehr eleganten Haus stehen blieb. Das skurrile dabei war, es war das einzigste penibel gepflegte Haus (Villa) in der Gegend weit und breit. Ein großes Schild am Eingang verkündete:
Gynäkologische Praxis Dr. Milano
Dr. Milano führte seine Praxis schon seit Jahren von zu Hause aus. Der Grund dafür war einfach. Er liebte seine Frau viel zu sehr, als dass er sie länger als eine Stunde alleine lassen wolle. Das hatte er Megan einmal während einer Grunduntersuchung erzählt, als sie ihn mal darauf ansprach.
Sie öffnete das kleine, von Hecken gesäumten, Tor und betrat das ausladende, doch sehr gepflegte, Grundstück. Links und rechts zierten kleine Hecken und Blumen den Weg zur Haustür. Das Haus an sich war in Beigem Ton, wie ihr Hosenanzug, gehalten, und die Fenster waren mit dunklen Eichenrahmen umzäunt.
Die Tür, beziehungsweise das Eingangstor war ebenfalls in dunkelbrauner Eiche gehalten. Die Türgriffe waren schwungvoll vergoldet und rundeten das elegante Ambiente ab. Die Tür wurde von zwei antik aussehenden Marmorsäulen flankiert. Megan fragte sich immer, wie solche Ärzte soviel verdienten, dass sie sich so ein prunkvolles Anwesen leisten konnten. Sie ließ es dabei, und öffnete die große Eichentür. Sie war sehr schwer, weswegen sie immer etwas fester drücken musste, doch
diesmal war dem nicht so. Kaum hatte sie ihre Hände auf die Türgriffe gelegt, öffnete bereits von innen Dr. Milano die Tür.
Dr. Milano war einer der wenigen Männer, bei denen Megan die Knie weich wurden. Er sah einfach viel zu gut aus für einen Arzt. Er trug seinen weißen Arztkittel und am Reverse das übliche Stethoskop. Seine schwarzen mittellangen haare waren adrett nach hinten gekämmt und sein dunkler drei Tage Bart machte ihn nur noch mehr sexy. Und dann war da noch genau dieses eine lächeln, dass ihr alle Sinne raubte. Ein lächeln von der Sorte, bei denen man denken könne, die Sonne würde aufgehen.
Genau dieses lächeln setzte er immer auf, wenn er Megan begrüßte. Doch diesmal war
dem nicht so. Anstelle des Lächelns war sein Gesicht sorgenverzerrt.
Er leierte ein gequältes: „Guten Tag Mrs. Futero.“
Und kam dann gleich zum wesentlichen: „Wann haben die Wehen denn genau eingesetzt,
und in welchen Abständen kommen sie?“
Megan sah in verblüfft an: „Soll ich nicht erst einmal reinkommen, Doktor?“
Er wurde rot: „Entschuldigen sie, aber natürlich, wo bleiben meine Manieren.“ Er fügte hinzu: „Aber sie klangen vorhin nur so besorgt, dass ich dachte es wäre etwas ernsteres!“ Dann folgte das ersehnte lächeln. „Nach ihnen“ bat er sie, und machte eine einladende Geste das Haus zu betreten.
Drinnen war es noch um einiges Eindrucksvoller als von außen. Gleich nach einem kurzen, mit teuren Gemälden verzierten Eingangsflur breitete sich ein großer Raum, beinahe eine Halle, aus. Der Raum war über zwei Stockwerke angelegt, und enthielt eine Galerie, von der man aus dem zweiten stock nach unten schauen konnte. In der Mitte des Raumes stand ein kleiner moderner Brunnen, dessen plätschern sich an den hohen wänden widerhallte und somit ein angenehmes rauschen verbreitete.
Nach dem großen „Vorraum“ bogen sie nach links in den Westflügel des Hauses ab. Eine Tür am Ende des Ganges verkündete: Praxis. Sie betrat nach Dr. Milano den Empfangsbereich der Praxis. Links war ein Empfangsschalter. Hinter diesem Schalter saß eine bildhübsche junge Frau – auf ihrem Namensschild stand: Stephanie Sunshine. Sie lächelte Megan beim hereinkommen an. Die Frau hatte ihr langes blondes Haar zu einem ordentlichen Knoten zusammengebunden. Sie war sehr schlank – so schlank war Megan vor ihrer Schwangerschaft auch mal – soweit Megan das unter der hautengen weißen Arbeitskleidung erkennen konnte. Sie ging mit Dr. Milano weiter in den hinteren Teil der Praxis und betrat nach ihm einen Behandlungsraum. Der Raum war in schlichtem weiß gehalten. In der Mitter des Raumes stand ein Stuhl, mit gespreizten Fußenden.
„Nehmen sie bitte Platz“ Dr. Milano zeigte auf den Stuhl. Sie ging zu dem Stuhl und setzte sich. „Wenn sie sich dann bitte untenrum freimachen könnten, dann könnte ich mit meiner Untersuchung beginnen.“ Megan zog ihre Schuhe, dann ihre Hose und den Slip aus und setzte sich mit gespreizten Beinen auf den dafür vorgesehenen Stuhl. „Also was sagten sie, wann die Wehen anfingen?“ wollte Dr. Milano wissen. „So kurz vor 11, ungefähr 10 Minuten vor unserem Telefonat. Doch mittlerweile kommen sie schon alle 15 Min…argh“ eine Wehe durchströmte ihren Körper und ließ sie aufschreien. Eine Pfütze ergoss sich über Dr. Milanos teure Schuhe. „Die Fruchtblase ist geplatzt, ihr Baby wird gleich kommen“ erörterte Milano. Megan schaute ihn verlegen an.
Dann fügte er hinzu „Sie müssen sich wohl den Nachmittag frei nehmen!“

Während im Behandlungszimmer ein neues Leben begann, war Stephanie Sunshine dabei ihre Mittagspause zu beginnen. Sie leitete alle Anrufe auf Anrufbeantworter und ging dann nach hinten in den Aufenthaltsraum. Der Aufenthaltsraum war sehr schön eingerichtet. Am ende des Raumes stand unter einem großen Fenster eine schwarze Ledercouch. Daneben ein kleiner Tisch mit Magazinen. Links war eine kleine Küche eingerichtet worden. Dort stand ein kleiner Kühlschrank, der regelmäßig von allen Angestellten abwechselnd gefüllt wurde. Auch eine Kochplatte und ein Ofen waren eingebaut. Und in der rechten Ecke des Raumes stand ein kleiner Esstisch mit vier Stühlen. An der Wand hing ein 55 Zoll Plasmafernseher. Stephanie holte sich eine Tiefkühlpizza aus dem Gefrierfach und schob sie in den Ofen. Sie schaltete den Fernseher ein und setzte sich auf die Ledercouch. Im Fernsehen liefen gerade Nachrichten. Erschreckende Bilder huschten über den Bildschirm. Stephanie starrte auf das Bild Bin Ladens und hörte aufmerksam zu, was der Nachrichtensprecher – er trug ein blaues Hemd mit gelber Krawatte – dazu zu sagen hatte: „…es kommt immer häufiger zu Auseinandersetzungen bezüglich des Präsidenten White und Bin Laden. Bin Laden drohte sogar damit als erster einen Atomkrieg zu entfachen. Und wie wir alle wissen, macht Bin Laden diesbezüglich keine Scherze. Wir hoffen nur…einen Augenblick…mich ereilt gerade eine Eilmeldung.“ Der Nachrichtensprecher bekam ein neues Notitzkärtchen gereicht. Als er zu sprechen begann, wurde er sichtlich Nervös: „Laut unseres Reporters, vor Ort am Ground Zero, berichtete kurz vor seinem Tod – Gott sei seiner Seele gnädig – er hätte am Himmel Bomber fliegen sehen. Wie dieser Filmbericht gleich zeigen wird, entsprach es der Wahrheit. Gott steh uns allen bei.“ Der Nachrichtensprecher wurde ausgeblendet und statt seiner sah man eine Amateuraufnahme vom Ground Zero, der Himmel war mittlerweile wolkenverhangen und verdunkelte die Sonne. Ein schemenhaftes Flugzeug erschien am Himmel. Soweit man erkennen konnte – das Bild war sehr verpixelt und rauschte – erschienen noch zwei Bomber am Himmel. Alle öffneten sie gleichzeitig die Ladeluke. Was danach passierte konnte man nur erahnen. Nämlich dass es Bomben waren, was dort vom Himmel abgeworfen wurde. Denn dass Bild wackelte nur noch und plötzlich wurde dass Bild ganz hell. Schreie waren zu hören. Das detonieren mehrerer Bomben war zu vernehmen. Dann…stille. Der Nachrichtensprecher tauchte wieder auf. Stephanie erschrak angesichts seines Anblicks – der Sprecher war vollkommen blass geworden und der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben – und der Tatsache dessen, was sie soeben sah. War dies der beginn der Dritten Weltkriegs. Sie schüttelte heftig den Kopf. Das kann nicht sein. Das durfte einfach nicht sein.

Dr. Milano hielt das frisch geborene Baby in seinen Händen und sagte strahlend: „Herzlichen Glück-wunsch Mrs. Futero, es ist ein Junge!“ Dies war wohl der schönste Moment in Megans leben, zwei wunderschöne Männer standen vor ihr – naja einer stand und hielt den anderen im arm.
„Wollen sie ihn halten?“ fragte Dr. Milano. „Ja sehr gerne.“ Und er überreichte ihr ihren kleinen Jungen. Er fühlte sich ganz warm und weich an. Es war wie ein Geschenk. Sie schaute dem kleinen in die Augen. Er hatte braune Augen.
„Du sollst Ryan heißen, wie mein Vater!“ flüsterte sie beinahe, als sie mit Ryan sprach. An Milano gewandt sagte sie noch: „Mein Vater starb vor 3 Jahren an Lungenkrebs. Verfluchte Zigaretten!“ „Das tut mir sehr leid.“ An seinem Mitfühlenden Blick, sag Megan, dass er es ernst meinte.
Die Tür zum Behandlungsraum wurde aufgerissen und Stephanie stürmte her rein. „Doc,
dass müs-sen sie sich unbedingt ansehen. Schalten sie mal den Fernseher ein. Auf Kanal 6, das werden sie nicht glauben!!“ Dr. Milano schaltete den, etwas „kleineren“ Plasma Fernseher ein, der an der Wand gegenüber des Behandlungsstuhles hing, an. Dort waren wieder die Bomber zu sehen, die Stephanie zuvor im Pausenraum gesehen hatte. Es waren in zwischen an die 20 Stück über dem Time Square.
Der Nachrichtensprecher war ganz außer sich: „…eine Katastrophe ist das!! Es werden immer mehr, und so wie es aussieht, haben sie nicht nur „normale“ Bomben dabei. Bin Laden macht anscheinend seine Drohungen war. Und sie Fliegen alle Richtung Washington. Zum Weißen Haus. Gott steh uns allen bei. Bitte!!!…“ Das Bild wurde schwarz. Dr. Milano hatte ihn ausgeschalten.
„Mein Gott“ begann er „wir müssen alle schnell weg von hier. Vor allem sie Megan. Es geht ums Wohl ihres Kindes!“ beendete er an Megan gewandt.

Wenige Minuten später saßen sie zu viert – Dr. Milano, Stephanie Sunshine, Megan und Ryan Futero – in Milanos schickem, schwarzem Bentley. Sie fuhren durch die Park Avenue am Central Park vorbei und bogen die nächste links in die 85th Street Richtung Osten auf den Federal Drive Road um die Stadt Richtung Queens zu verlassen. An der Queens Midtown Bridge angekommen, bogen sie nach rechts auf den McGuinnes Boulevard. Dort machten sie an einem kleinen abgelegenen Rastplatz halt. Sie stiegen aus und blickten Richtung Westen, New York. New York war gar nicht mehr wieder zu erkennen. Über der Metropole schwebten mittlerweile mindestens an die 100 Bomber und alle in Richtung Washington unterwegs. Wie der Nachrichtensprecher prophezeit hatte.
Megan schaute Stephanie besorgt an. Sie versuchte Megan zu beruhigen: „Die fliegen in
eine ganz andere Richtung. Wir werden nicht sterben, oder?“ fragte sie Dr. Milano besorgt. Er zögerte, starrte den Bombern düster hinterher, sagte dann aber: „Nein natürlich nicht!“ Mehr zu sich selbst, als zu den anderen. Auf einmal wurde Megan sichtlich nervöser, als ein paar Bomber ein Wendemanöver absolvierten und über New York kreisend verweilten. „Was um alles?…“ begann Megan, dann zu Dr. Milano
gewandt: „Was geht hier vor Doktor?“ „Ich wünschte ich wüsste es“ Er seufzte. In seinem Gesicht machte sich blankes Entsetzen breit. Megan versuchte seinem Blick zu folgen. Er sah gen Himmel. Die Bomber machten sich bereit zum Abwurf. „Oh nein, mein Mann… er ist noch bei der Arbeit, er arbeitet auf der Ostseite des Central Park. Was ist, wenn ihm was passiert? Ich muss sofort zu ihm!“ Panik machte sich in ihr breit. Sie wollte schon losrennen, als sie zwei starke Arme von hinten wieder zurückzerrten.
„Sie können da jetzt nicht hin. Sie können im Moment nichts für ihn tun, so leid
es mir auch tut.“ Er versuchte ruhig zu wirken, doch Megan spürte, dass auch er sich um seine Frau und seinen Sohn Sorgen machte. Wie aus heiterem Himmel rief Megan: „Doktor! Erzählten sie nicht mal etwas von einem Bunker unter ihrem Haus? Könnten sie nicht dort sein? Sollten wir nicht dort sein?“ Dr. Milano schaute sie teils mitfühlend, teils verstört aus. Er räusperte sich: „Den haben wir letztes Jahr
abgerissen, meine Frau wollte einen Weinkeller anlegen.“ Megan sah ihn verwirrt an: „Wie bitte? Das ist nicht ihr ernst oder?“ „Doch leider schon… ich hoffe nur, ihnen wird nichts passieren. VERDAMMT… ich hätte doch darauf bestehen sollen, den Bunker zu lassen, verflucht“ Milano ging auf dem Parkplatz auf und ab. „So beruhigen sie sich doch…“ begann Megan, doch dann schaute sie wieder Richtung New York. Die Stadt lag schon vollkommen im Dunkeln. Mittlerweile kreisten an die 50 Bomber über der Stadt. Der Rest von ihnen, flog immer noch Richtung Washington, und waren schon fast nicht mehr zu sehen. Der Doktor hatte sich schon fast wieder etwas beruhigt, als aus Queens ein bedrohliches Grollen zu hören war. Sie schauten sich um, um die Ursache des Lärms auszumachen. Sie erstarrten förmlich, als sie sahen, was sich da anbahnte.
Mindestens ein dutzend Militärpanzer rollten halb Queens nieder. Sie waren schon bedrohlich nahe, als Megan das Wort ergriff: „Schnell Doc, wir müssen dringend wieder in die City! Da sind wir sicher.“ Dr. Milanos blick verfinsterte sich, als er sagte: „Mrs. Futero, wir sind nirgends mehr sicher.“ Sie fuhren, so schnell es Dr. Milanos Auto zuließ wieder in Richtung der Queens Midnight Bridge. Ein Bomber befand sich nun direkt über ihnen. Der Pilot musste unter sich eine Bewegung ausgemacht haben, denn er riss den Bomber wie einen Geier nach unten, um seine Beute zu erwischen. Er flog in erschreckendem Tempo auf das Auto des Doktors zu. Megan presste ihr Baby so dicht es nur ging an sich. „Alles wird gut“ flüsterte sie Ryan zu. Der sah sie nur mit großen Augen an. Als vor ihnen der Bomber auftauchte, riss der Doc das Steuer
rum, und das Auto geriet ins schlingern und überschlug sich. Megan meinte von vorn ein „Jesus Christ“ zu hören, und dann wurde sie auch schon rumgerissen und schlug mit ihrem Kopf auf dem Vordersitz auf. Das Auto überschlug sich zweimal und landete dann auf dem Dach. Sie verlor das Bewusstsein.
Als sie 2 Minuten später wieder zu sich kam, lag sie Rücklinks auf der Straße. Es regnete. Der Himmel über ihr war wolkenverhangen. Doch ihr Mund fühlte sich staubtrocken. Sie hatte furchtbaren Durst. Dann plötzlich viel ihr auf, dass ihre Bluse offen stand. Sie knöpfte sie hastig wieder zu, hielt kurz inne, als sie einen Bluterguss auf ihrer Brust entdeckte. Der Bomber, dachte Megan. Er muss sie begrabscht haben, nachdem sie den Unfall hatten. Sie knöpfte den letzen Knopf zu. Ryan, schoss es ihr durch den kopf. Wo ist Ryan? Als sie sich umschaute, konnte sie ihren Sohn nirgends finden. Sie versuchte aufzustehen, fiel aber gleich wieder
um. Ihr Gleichgewicht schien gestört zu sein. Sie holte tief Luft und versuchte es noch mal. Diesmal gelang es. Sie war zwar etwas wackelig auf den Beinen, aber sie stand. Sie ging bedächtig hinüber zum Auto. Sie dachte, dass ihr Sohn vielleicht noch im Auto wäre, doch als sie nachschaute, fand sie nichts. Kein Ryan.
Sie suchte verzweifelt das ganze Auto ab. Wo konnte er nur hin sein. Er war ja noch nicht einmal einen Tag alt. Geschweige denn, dass es schon krabbeln könnte. Es gab nur eine Erklärung: Der Bomber. Fuck! Warum ihr Baby?
Sie trat wütend gegen das umgekippte Auto. Dann brach sie zusammen. Sie sank auf die
Knie und schrie die Bomber an, die immer noch über ihnen wie bedrohliche Geier kreisten: „Ihr Schweine, bringt mir mein Baby wieder! Hört ihr, ihr verdammten Missgeburten!!“ Doch die Bomber schienen sie zu ignorieren. Was war das? Sie hörte ein leises plätschern aus der Richtung von Dr. Milanos Auto. Sie suchte das Auto ab, welche Ursache das plätschern haben könnte. Entsetzt stellte sie fest, dass Benzin
auslief und zu allem übel züngelten kleine flammen auf (unter) dem Autowrack. Sie hastete zur Fahrertür um nach den beiden anderen zu sehen. Doch Dr. Milano und Stephanie saßen, beziehungsweiße hingen, noch in ihren Sitzen. Sie hatten beide die Augen geschlossen. Dr. Milano blutete aus der linken Schläfe. Verdammt. Sie versuchte ihn wach zu bekommen. „Doktor? Können sie mich hören?“ Sie tätschelte seine Wange. „Bitte“ flehte sie „wachen sie auf!“ Sie sputete auf die andere Seite, um nach Stephanie zu sehen. Megan erschrak bei ihrem Anblick. Blut floss ihr aus dem Mund und der Nase. Ihr ganzes Gesicht war Blutverschmiert. Ihre einst Blonden Haare hingen schlaff und Blutgetränkt herunter. Megan hielt ihr ihren Finger an die Nase, um
zu prüfen ob sie noch atmete. Doch nichts. Stephanie war tot. Megan würgte.
Sie hastete ans Brückengeländer und übergab sich. Anschließend ging wieder zurück zum Auto. Sie versuchte noch einmal Dr. Milano zu wecken. Doch er rührte sich nicht. Verdammt. Warum heute? Warum jetzt? Ihr Magen verkrampfte sich erneut. Ryan. Sie konnte nur hoffen, dass sie ihm nichts tun würden. Und dass es ihm gut ging. Natürlich nicht, er ist in der Gewalt dieser Monster. Sie ballte ihre Fäuste und riss
sie in den Himmel. „Ihr Schweine, warum tut ihr mir dass an?“ Wie als würden sie sie diesmal hören, flammten kleine rote lichter an der Unterseite der Bomber auf. „Oh nein“ keuchte Megan. Sie hörte mehrere Greifer klicken, bevor die Bomber ihre tödliche Fracht abwarfen. Wie um einen letzten kläglichen versuch zu starten, Blitzte und Donnerte es. War dies das Ende, dachte Megan. Dies war das letzte, was sie damals dachte. Denn genau in diesem Augenblick stürzte eine Bombe direkt in Richtung des Autos von Dr. Milano. Sie sank hilflos zusammen, als neben ihr die Bombe detonierte,
die sie aus der Welt riss. In ihren letzten Sekunden sah sie noch einmal ihr Leben vor sich ablaufen; ihre Eltern – Gott sei ihrer Gnädig!; ihren Mann – der seinen
Sohn wohl nie kennen lernen würde; und Ryan. Sein lächeln war das letzte, was sie sah, danach wurde sie von einem grellen Licht geblendet und in ihren Ohren hörte sie nur noch ein Rauschen, dann war es auch schon vorbei. Dunkelheit. Schwerelosigkeit.
New York ging an diesem ehrfürchtigen Tag unter. Neunundfünfzig Jahre nach dem ersten schrecklichen Versuch. Doch diesmal mit erfolg.

Ende?…

hammergeil!

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