Das Schwarz-Gelb Fiasko

Die 20 Uhr Tagesschau vom 27.09.09 mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2009

Klares Votum für Schwarz-Gelb

Das Ende der Großen Koalition dürfte besiegelt sein – bleibt es bei den gegenwärtigen Zahlen, wird wohl eine bürgerliche Koalition aus Union und FDP die nächsten vier Jahre Deutschland regieren.

Nach Hochrechnung von Infratest dimap im Auftrag der ARD verliert die Union leicht gegenüber 2005 und kommt auf 33,7 Prozent (2005: 35,2). Die FDP fährt mit auf 14,6 Prozent (2005: 9,8) ihr bestes Ergebnis aller Zeiten ein. Dieses Ergebnis wäre selbst von einer rot-rot-grünen Koalition, die vor der Wahl bereits ausgeschlossen worden war, nicht zu überbieten.

Positiv für Schwarz-Gelb dürfte sich außerdem auswirken, dass die Union von Überhangmandaten vermutlich besonders profitieren wird. Einen Wermutstropfen für CDU und CSU gibt es aber dennoch: Die CDU fuhr ihr zweitschlechtestes Ergebnis ein, und die CSU sackt nach einer Prognose des Bayerischen Rundfunks in Bayern auf rund 41 Prozent ab – so schlecht wie nie zuvor bei einer Bundestagswahl.

Sozialdemokraten abgestürzt

Die Verluste der Union allerdings sind kaum nennenswert, verglichen mit dem Absturz, den die SPD heute erlebte: Die Sozialdemokraten schneiden noch schlechter ab als erwartet und kommen auf nur 23,1 Prozent – das ist ein Verlust von 11,2 Prozentpunkten und die niedrigste Zustimmung für die SPD bei einer Bundestagswahl.

Freuen können sich dagegen Linkspartei und Grüne: Die Linkspartei gewinnt gegenüber 2005 und kommt auf zwölf Prozent (2005: 8,7). Ebenfalls gewinnen können die Grünen – sie liegen bei 10,6 (2005: 8,1) Prozent der Stimmen. Die besten Ergebnisse, die beide Parteien jemals bei Bundestagswahlen erzielten. Unter den anderen Parteien – sie kamen insgesamt auf sechs Prozent – ist die Piratenpartei mit zwei Prozent am stärksten.

Jubelnde Liberale, entsetzte Sozialdemokraten

Während bei der FDP wenige Sekunden nach der Prognose lauter Jubel ausbrach, herrschte bei der SPD lähmendes Entsetzen – schon kurz nach 18:00 Uhr sprachen führende Sozialdemokraten, darunter auch Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, von einer „bitteren Niederlage“.

Historisch niedrige Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung ging trotz schönen Wetters offenbar noch einmal massiv um fünf Prozent Punkte zurück und sank mit etwa 72,5 Prozent offenbar auf ihren bislang niedrigsten Wert seit Kriegsende. Noch am Nachmittag hatte der Bundeswahlleiter die Bürger aufgerufen, wählen zu gehen. Nur wenn man von seinem demokratischen Grundrecht Gebrauch mache, können man auf die Politik Einfluss nehmen.

Quelle: www.tagesschau.de

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